Gut zu wissen

Die heutige Hütte wurde im Jahre 1908 von der seinerzeitigen Sektion Schwaz des Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DuOeAV) erbaut und ersetzte die 1897 eröffnete Alte Kellerjochhütte. 

 

2016 wurde die Hütte in einem aufwändigen Bauprozess generalsaniert und erneuert. Bilddokumentation www.alpenverein.at/kellerjochhuette 

 

Die „Alte Kellerjochhütte“ wurde 1897 erbaut und liegt unterhalb des heutigen Standortes im Raum der Proxenalm auf 1846 m ü. A. an der Westflanke des Berges, etwas unterhalb der heutigen Materialseilbahn. Die Hütte wurde am 28. August 1897 eröffnet, aber dann zugunsten der 1908 oberhalb am Grat erbauten (Neuen) Kellerjochhütte (2237 m ü. A.) aufgegeben. Sie war eine der ersten Bergsteigerhütten des Raumes, seinerzeit naturgemäß eine Selbstversorgerhütte, ist aus Stein-Mauerwerk gebaut, hatte eine Stube mit Herd und ein Lager und wird heute nur mehr privat genutzt.

 

Die Hütte wurde  vor heuer 108 Jahren fertig gestellt, letztes Jahr und heuer renoviert und  ist teilweise 

unterkellert (frostfrei). Sie hat 2 wunderschöne Stuben und  26 Schlafplätze in 2 Zimmerlagern mit je

 9 Betten, 2 Vierbettzimmer dazu neue Sanitärräume - mit Dusche.

 

Wir - Günther und Veronika -  haben uns vor 22 Jahren in dieser Hütte ineinander verliebt und gleichzeitig 

auch in diese Hütte. Wir haben diese - unser aller Kleinod- nun das 12. Jahr vom Schwazer Alpenverein 

gepachtet. Dominic und Anna verstärken das Team, auch Matthias und Leni sind wieder mit uns am Werkeln. 

 

Sarbajet, unser nunmehr schon 4. nepalesische Mitarbeiter und Freund arbeitet im Sommer auf unserer

Hütte. Er fliegt auf unsere Kosten von Nepal nach Tirol, ist hier nach österr. Gesetzen angestellt und 

wird auch von uns – diesen mindestens entsprechend- bezahlt. Gleichzeitig erhält er eine Ausbildung, 

die er im nepalesischen Umfeld umsetzen und auch weitergeben kann (Koch und Trekking Guide). 

Parallel dazu unterstützen wir auch die Finanzierung und Erhaltung der Krankenstation in seinem 

Heimatdorf – www.sancho-nepal.org –wir alle freuen uns auch über Deine Hilfe.

 

Wasser: Eine Quelle wird 280m unterhalb der Hütte aufgefangen und eine stromlose Pumpe - „Widder“

genannt- „stößt“ 1/7 der Gesamtquelle in das etwas oberhalb der Hütte gelegene Auffangbecken. 

(6/7 werden für die Pumpstöße benötigt). Bei voller Quellkapazität dauert die Befüllung des neuen 

Behälters ca. 36 Stunden. Vom Auffangbecken zur Hütte führt eine (nicht frostsichere) Leitung und 

versorgt uns mit dem sehr notwendigen Quellwasser für die Gastronomie. 

 

Strom: erzeugen wir mit der vergrößerten Photovoltaik-Anlage (am Dach) – Überschüssiger Strom 

wird in 24 Speicherbatterien gespeichert. Unser neues BHKW (Generator), das mit Rapsöl betrieben 

wird, kommt somit nur mehr zu Spitzenbelastungszeiten (oder bei einer Schlechtwetterphase) zum 

Einsatz. Unsere Solaranlage und - heuer neu - auch die Gastherme versorgen uns mit Warmwasser 

und heizen den Trockenraum und die Sanitäranlagen.

 

Abwasser: wird mittels einer Hebepumpanlage via Kanal ins Tal befördert.

 

Zulieferung/Ablieferung: wir fahren auf ca. 20km guter Land/Forststraße, dann auf 4 km sehr steilem und 

ausgesetztem Schotterweg mit unserem Allrad-Auto bis auf 1900m zur Materialseilbahn. Die Bahn 

(keine Personenbeförderung!) fasst pro Fahrt ca. 300kg, sie wird mittels Aggregat betrieben. 

Eine Fahrt dauert ca. 15 Minuten. Alle für den Betrieb notwendigen Materialien werden hiermit 

befördert (z.B. ca. 12 rm Buchenholz pro Saison für Heizung und Küche, dazu noch ca. 2000kg 

Holzbriketts).

 

Müllentsorgung: dieser wird getrennt und von uns eigenhändig ins Tal befördert. 

 

Kochen und Backen: auf Gasherd mit Backofen und auf unserem heuer neuen Holzherd. 

Heizen: die kleine Stube mittels Schwedenofen, die große Stube mittels  Einsatzkachelofen.

 

Winter: Wir sind im Winter NUR die TAGE VOR Silvester heroben – weil die Hütte als Sommerhütte 

konzipiert ist, weder über Isolierung noch über (Fließ) Wasser noch über winterfeste Kanalisierung 

verfügt und eine Güterbelieferung im Winter nicht möglich ist. (also für die Tage rund um Silvester 

tragen wir, das macht stark, Helikopterbelieferung? – das macht arm).

 

Zum Schluss:

Eine Saison, das sind ca. 120 durchgehende Arbeitstage (kein Ruhetag) & jeweils 3 Wochen 

Vor- und Nacharbeiten

ca. 40.000 kg Material werden pro Saison bergwärts befördert: Treibstoff, Holz, Gas, Lebensmittel, 

Getränke, hinzu kommt noch die Abfall- und Leergutbeseitigung ins Tal.

5 - 6 mal durchschnittlich nehmen wir jeden Gegenstand ab Einkauf in die Hand 

6  - 7 x in der Woche empfinden wir  

                                                                                               -  Freude hier zu sein!

Veronika & Günther